Bericht der Fortbildung zur Vorsorgemediation am 11.10.2025
Am 10. Oktober 2025 trafen sich zehn Mediatorinnen mit hohen Erwartungen an die weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt Berlin hinaus bekannten Diplom-Psychologin Alexandra Bielecke als Trainerin und Supervisorin.
Mit geballter Frauenpower stellten sich die Teilnehmer zunächst theoretischen Fragestellungen, die sich zum aktuellen Stand der Mediationsausbildung ergaben bevor ein anspruchsvoller Fall aus dem Vorsorgerecht mediiert wurde.
Zur Mediation kam „Familie Woller“. Die Geschwister „Felix“, „Gudrun“ und „Ernst“ müssen eine Entscheidung für oder gegen eine schwierige OP der Mutter treffen und konnten bisher zu keinem Ergebnis gelangen. Sie setzten ihre Hoffnung daher auf eine Mediation.
Die Charaktere wurden im Wege eines Rollenspiels verinnerlicht und deren Standpunkte überzeugend dargestellt. Es wurde hochemotional. „Felix“ übernahm aus seiner Sicht bisher die größte Verantwortung und fühlte sich von den anderen beiden zu wenig gesehen; „Gudrun“ ist aufgrund ihrer eigenen Probleme aktuell überfordert und „Ernst“ hatte sich schon vor Jahren distanziert. Zwei erfahrene Mediatorinnen übernahmen die herausfordernde Aufgabe der Co-Mediation.
Anhand des Riemann-Thomann-Modells wurde die Verhaltenstendenz der Beteiligten erörtert und dementsprechend von den Mediatorinnen die passende Unterstützung gegeben. Durch dialogisches Doppeln konnte den Geschwistern der Weg zu einer Einigung geebnet werden.
Nach intensiver Arbeit und lebhaftem Austausch verließen die Teilnehmerinnen Wiesbaden mit einem guten Gefühl, neuen fachlichen Anregungen und einem gefüllteren „Werkzeugkoffer“ in alle Himmelsrichtungen. Uneingeschränkte Einigkeit bestand darüber, dass die Vorsorgemediation sehr hilfreich sein kann und eine intensive Befassung verdient.
Die Vorfreude auf weitere Veranstaltungen in diesem Bereich ist groß.
